Warum Giardien bei manchen Hunden immer wieder zurückkommen
Vielleicht kennst du diese Situation:
Du behandelst die Giardien beim Hund konsequent, der Kot wird besser … und ein paar Wochen später zeigt der nächste Test wieder einen Befund.
Und irgendwann fragst du dich: „Warum kommen die eigentlich immer wieder? Was übersehen wir?“
Genau hier beginnt ein wichtiger Perspektivwechsel.
Giardien sind in der Regel keine Parasiten, die sich „dauerhaft festbeißen“. Sie kehren vor allem dann zurück, wenn der Darm deines Hundes ihnen immer wieder eine Umgebung bietet, in der sie sich besonders leicht vermehren können.
Oder anders gesagt:
Nicht die Giardien sind das eigentliche Problem, sondern die Bedingungen im Darm, die ihnen das Leben zu angenehm machen.
Denn dass Giardien beim Hund im Test auftauchen, bedeutet erst einmal nur: Sie hatten gerade wieder günstige Voraussetzungen.
Warum diese Voraussetzungen entstehen, wird Halter:innen jedoch selten erklärt.
Typische Gründe, warum Giardien beim Hund immer wieder kommen:
- eine Schleimhaut, die noch nicht vollständig regeneriert ist,
- ein instabiles Darmmilieu, das leicht kippt,
- zu wenig Galle im Dünndarm, die eigentlich antigiardial wirkt,
- ein veränderter pH-Wert, der Giardien eher begünstigt,
- eine verringerte Bicarbonatpufferung bei Pankreas-Schwäche,
- oder eine lokale Immunabwehr, die überfordert oder zu schwach ist.
Das sind keine klassischen Infektionsprobleme, sondern Milieuprobleme.
Sie entscheiden darüber, ob Giardien dauerhaft ein leichtes Spiel haben oder ob der Körper deines Hundes stabil genug ist, um sie selbst in Schach zu halten.
Dieser Blickwechsel ist entscheidend, denn er führt weg von der Frage„Wie töten wir die Giardien?“ hin zu
„Wie schaffen wir ein Darmmilieu, in dem sie gar nicht erst überleben?“
Und genau dieses Verständnis ist der erste Schritt, um den Kreislauf zu durchbrechen.
Was Giardien beim Hund eigentlich sind und warum ihr Lebensraum so entscheidend ist
Bevor wir tiefer in die funktionellen Zusammenhänge einsteigen, ist ein kurzer Blick auf die Grundlagen sinnvoll – nicht als Lehrbuchkapitel, sondern damit du verstehst, warum bestimmte Bedingungen im Dünndarm darüber entscheiden, ob Giardien sich halten können oder nicht.
Giardien sind winzige Dünndarmparasiten mit zwei Formen:
1. Trophozoiten – die aktive Form im Darm
Das sind die Giardien, die im Dünndarm deines Hundes leben.
Sie haften an der Oberfläche der Schleimhaut, dringen aber nicht in das Gewebe ein.
Deshalb spielt der Zustand der Schleimhaut: ihre Dicke, ihre Stabilität, ihr Schleimfilm, später eine so große Rolle.
Trophozoiten fühlen sich besonders wohl, wenn:
- die Galle nicht zuverlässig in ausreichender Menge im Dünndarm ankommt,
- der pH-Wert etwas erhöht ist,
- die Bicarbonatpufferung schwach ist,
- die Motilität reduziert oder unregelmäßig ist,
- die lokale Immunabwehr (z. B. sIgA) niedrig ist.
Sie profitieren von allem, was den Dünndarm funktionell schwächt.
2. Zysten – die übertragbare Form
Die Giardien-Zysten sind die robusten Stadien, die dein Hund mit dem Kot ausscheidet. Sie überleben in feuchter Umgebung erstaunlich lange.
Erst wenn Zysten im Dünndarm deines Hundes „aktiviert“ werden, entwickeln sie sich wieder zu Trophozoiten.
Wie sich dein Hund anstecken kann
Dieser Punkt ist wichtig, aber meistens wird er überbewertet.
Dein Hund kann sich anstecken durch:
- Aufnahme von Zysten aus Pfützen, Erde, Gras oder kontaminierten Oberflächen
- Kontakt mit Kot eines infizierten Hundes
- Schlecken an Pfoten oder Fell (besonders bei dreckigem Wetter)
- gebrauchte Wassernäpfe, Hundeschulen, Tierheime etc.
Wichtig ist aber:
Eine Ansteckung erklärt selten, warum Giardien nach einer Behandlung wiederkommen.
Die meisten Rezidive entstehen nicht durch „erneuten Kontakt“, sondern weil der Dünndarm weiterhin eine Umgebung bietet, in der die Parasiten leichtes Spiel haben. Das ist der entscheidende Unterschied, der leider häufig nicht erklärt wird.
Woran du eine Giardien-Infektion beim Hund erkennst
Viele Halter:innen begegnen Giardien erst dann, wenn ein Test positiv ausfällt. Typisch sind jedoch bestimmte Veränderungen im Kot, die schon vorher Hinweise geben können. Giardien zeigen sich oft durch:
- übel riechenden, manchmal explosionsartigen Durchfall
- schleimigen oder hellgelben Kot
- wechselnde Kotkonsistenzen (normal ↔ Durchfall)
- Blähungen, Bauchgrummeln
Manche Hunde haben deutliche Symptome, andere nur leichte Unregelmäßigkeiten.
Warum Giardien nicht einfach verschwinden
Giardien sind keine „starken“ Parasiten – sie sind opportunistisch.
Sie nutzen Schwächen im System, anstatt selbst besonders aggressiv zu sein.
Sie verschwinden oft von selbst, wenn:
- die Schleimhaut stabil ist
- ausreichend Gallensäuren in den Dünndarm gelangen
- der pH-Wert stimmt
- die Motilität rhythmisch arbeitet
- das Immunsystem gut aufgestellt ist
Wenn diese Faktoren nicht stimmen, entsteht genau das Muster, das du vielleicht kennst:
Behandlung → Besserung → erneuter Befund.
Nicht, weil dein Hund ständig neue Zysten aufschnappt, sondern weil der Darm ihnen nicht genügend Widerstand bietet.
Der Graubereich zwischen infektiös & funktionell
Wenn du hörst, dass dein Hund Giardien hat, klingt das erst einmal nach einer klassischen Infektion:
„Er muss sich irgendwo angesteckt haben.“
Und ja, das ist möglich. Hunde nehmen im Alltag immer wieder Giardien-Zysten auf. Für viele ist das völlig unproblematisch.
Doch das allein erklärt nicht, warum Giardien bei manchen Hunden nach der Behandlung dauerhaft verschwinden, während sie bei anderen immer wieder im Befund auftauchen.
Damit du diese Unterschiede einordnen kannst, ist es wichtig zu verstehen:
Ein positiver Befund sieht immer gleich aus, aber er kann zwei völlig verschiedene Situationen widerspiegeln.
Einerseits kann es eine harmlos verlaufende Neuinfektion sein, die ein gesunder Dünndarm problemlos abfängt.
Andererseits kann es eine Neuinfektion auf einem empfindlichen Darmmilieu sein – und dann bekommt genau dieselbe Zystenaufnahme plötzlich Gewicht.
Der entscheidende Punkt ist also nicht, dass dein Hund sich angesteckt hat. Das tun fast alle Hunde regelmäßig und unbemerkt.
Der entscheidende Punkt ist, ob sein Dünndarm stabil genug ist, diese alltäglichen Kontakte selbst zu regulieren.
Um diese Unterschiede greifbar zu machen, schauen wir uns beide Situationen einmal getrennt an. Angefangen mit dem, was tatsächlich eine klassische, infektiöse Giardien-Infektion ausmacht.
Wann eine Giardien-Situation wirklich infektiös ist
Eine infektiöse Situation erkennst du daran, dass sie:
- plötzlich auftritt,
- häufig mit akutem Durchfall beginnt,
- oft nach hoher Erregeraufnahme auftritt (Pfützen, Hundeschulen, Tierheimkontakte),
- besonders Junghunde oder immungeschwächte Hunde betrifft,
- sich nach einer konsequenten Behandlung rasch beruhigt.
Hier steht der Erreger im Mittelpunkt.
Der Hund war stabil, bis er eine ausreichend große Menge Zysten aufgenommen hat. In solchen Fällen verschwindet die Infektion meist zuverlässig, sobald der Parasiten-Druck weg ist.
Wann eine Giardien-Situation funktionell ist
Eine funktionelle Situation erkennst du nicht am Laborwert, sondern am Muster:
- Die Symptome waren schon vorher „irgendwie da“ (Schmatzen, Bauchgrummeln, Schleim im Kot).
- Der Kot bessert sich nur kurzzeitig nach der Behandlung.
- Die Beschwerden kehren immer wieder, auch ohne neue Kontakte.
- Es gibt zwischendurch negative und dann wieder positive Befunde.
- Dein Hund reagiert empfindlich auf Futterwechsel oder Stress.
Und das Wichtigste:
Eine funktionelle Situation entsteht vor allem dann, wenn der Dünndarm ohnehin geschwächt ist. Nicht, weil dein Hund ständig neue Zysten aufnimmt.
Du erkennst eine funktionelle Komponente also weniger an der Parasitenbelastung, sondern daran, dass der Dünndarm den Parasiten keine stabile Gegenwehr bietet.
Warum viele „Rezidive“ in Wahrheit funktionell sind
Viele Halter:innen vermuten: „Er muss sich wieder angesteckt haben.“
Aber in den meisten Fällen ist es eher so: Wenn derselbe Hund mehrere Rückfälle hat, ist der wahrscheinliche Grund nicht die wiederholte Aufnahme neuer Zysten, sondern ein Darm, der sich noch nicht vollständig stabilisiert hat.
Das heißt:
- Die Giardien verschwinden unter der Behandlung
- das Milieu bleibt aber anfällig
- und genau diese Bedingungen ermöglichen es den Parasiten, sich erneut zu vermehren.
Der Befund sieht aus wie eine „Neuinfektion“, tatsächlich ist es aber die Fortsetzung eines funktionellen Problems.
Warum diese Unterscheidung so wichtig ist
Wenn du eine funktionelle Situation wie eine rein infektiöse behandelst, passiert Folgendes:
- Du setzt wieder Antiparasitika ein
- Die Giardien verschwinden kurz
- Das Darmmilieu bleibt instabil
- Die Giardien tauchen erneut auf
Das ist der Kreislauf, den so viele Hunde durchlaufen.
Erst wenn du erkennst:
„Hier steht nicht der Parasit im Mittelpunkt, sondern der Zustand des Darms“, kannst du die Situation nachhaltig lösen.
Ein kurzer Blick auf Panacur und warum viele Darmprobleme genau hier beginnen
Ich sehe in der Praxis sehr häufig, dass viele Hunde ihre „Darmkarriere“ schon im Welpenalter starten. Und zwar nicht durch ständig neue Giardien, sondern durch eine Kombination aus Giardienbelastung und mehreren Panacur-Kuren hintereinander.
Beides fordert die Dünndarmschleimhaut stark:
Die Giardien reizen und schwächen die Oberfläche und Panacur setzt auf eine ohnehin angegriffene Schleimhaut noch einmal zusätzlichen Stress. Gerade bei jungen Hunden, deren Schleimhaut sich erst entwickeln und verdichten müsste, kann sich diese Doppelbelastung deutlich bemerkbar machen.
Wenn der Darm in dieser Phase keine gezielte Unterstützung bekommt, bleibt die Schleimhaut oft länger empfindlich. Und genau daraus entsteht später häufig das Muster, das wie „immer wieder Giardien“ aussieht, obwohl die eigentliche Ursache ein Dünndarm ist, der sich nie vollständig stabilisieren konnte.
Warum nicht der Erreger entscheidet, sondern das Milieu
Wenn dein Hund Giardien aufnimmt, und das passiert häufiger, als du vielleicht denkst, entscheidet nicht der Erreger selbst darüber, ob daraus ein Problem wird. Sondern die Umgebung, in der dieser Erreger landet.
Giardien sind keine starken Parasiten. Sie sind weder besonders aggressiv noch besonders widerstandsfähig. Giardien sind vor allem eines: opportunistisch.
Sie nutzen die Situation, die sie im Dünndarm vorfinden. Und genau diese Situation unterscheidet sich von Hund zu Hund enorm.
Neuinfektionen sind normal – Symptome nicht
Die meisten Hunde begegnen im Alltag immer wieder Giardien-Zysten: im Park, beim Schnüffeln, aus Pfützen, über Pfoten oder Fell. Für einen stabilen Hund bleibt das folgenlos. Man sieht es nicht, man merkt es nicht, man testet es nicht.
Dass Giardien in der Umwelt vorkommen, ist deshalb nicht das Problem. Das Problem entsteht erst, wenn der Dünndarm deines Hundes nicht mehr in der Lage ist, diese alltäglichen Kontakte selbst zu regulieren.
Ein gesunder Hund „fängt“ diese Neuinfektion einfach ab.
Ein empfindlicher Hund zeigt Symptome, obwohl beide denselben Kontakt hatten.
Der entscheidende Unterschied liegt im Zustand des Dünndarms
Manche Hunde haben einen robusten, gut funktionierenden Dünndarm: Galle fließt zuverlässig, der pH-Wert bleibt stabil, die Schleimhaut ist stark, die Verdauung arbeitet rhythmisch. In diesem Milieu verschwinden Giardien oft, bevor sie überhaupt auffallen.
Andere Hunde haben eine Verdauung, die schnell aus dem Gleichgewicht gerät. Der Darm reagiert empfindlich auf Stress, Futterwechsel oder Belastungen. Die Schleimhaut regeneriert langsamer, der pH-Wert ist instabil, die Galle kommt nicht immer im richtigen Moment an.
In dieser Umgebung entsteht ein völlig anderes Bild:
- Eine normale Neuinfektion verläuft nicht still,
- sondern wird sichtbar: im Kot, in der Symptomatik, im erneuten Befund.
Warum das so wichtig ist
Viele Halter:innen suchen nach „der Ansteckungsquelle“:
Pfützen, Gras, andere Hunde, verschmutzte Schuhe, die Liste ist lang.
Aber die Lösung liegt viel näher:
Es ist nämlich nicht die eine Pfütze oder der eine Hund, der „schuld“ ist.
Wichtig ist vielmehr, wie stabil der Darm deines Hundes gerade ist.
Wenn er gut arbeitet, steckt er solche Kontakte einfach weg, so wie die meisten Hunde jeden Tag. Wenn er empfindlicher ist, zeigt sich dieselbe Neuinfektion deutlicher.
Dieser Blickwechsel kann enorm entlastend sein: Du musst nicht jede mögliche Ansteckungsquelle vermeiden. Entscheidend ist, den Darm so zu unterstützen, dass er mit solchen Begegnungen wieder gut zurechtkommt.
Und genau diese Milieufaktoren schauen wir uns jetzt im nächsten Abschnitt an.
Was im Darm passiert, wenn Giardien nicht mehr „nebenbei“ abgefangen werden
Damit eine alltägliche Neuinfektion still bleibt, braucht der Dünndarm ein gewisses Maß an Stabilität. Er muss gut geschützt sein, sich rhythmisch bewegen und Reize zuverlässig ausgleichen können.
Wenn einer dieser Bereiche aus dem Gleichgewicht gerät, wird eine eigentlich unproblematische Neuaufnahme von Giardien-Zysten plötzlich doch zum Problem. Das heißt nicht, dass „alles kaputt“ ist, aber der Darm hat im Moment weniger Reserven als er bräuchte.
Hier sind die wichtigsten Auslöser, die in der Praxis häufig eine Rolle spielen:
1. Eine gereizte oder geschwächte Schleimhaut
Die Schleimhaut ist die erste Schutzschicht im Dünndarm. Wenn sie stabil ist, finden Giardien kaum Halt. Wenn sie jedoch durch einen Infekt, Futterumstellungen, Magenschwäche oder anhaltende Reizungen belastet ist, kann sie diese Schutzwirkung vorübergehend verlieren. Dann reichen schon geringe Mengen an aufgenommenen Zysten aus, damit sich Giardien vermehren.
2. Ein Darm, der nicht im Rhythmus arbeitet
Die Bewegung des Darms ist ein wichtiger „Selbstschutz“. Er transportiert Erreger einfach weiter.
Wenn dieser Rhythmus gestört ist, zum Beispiel etwa durch Stress, falsche Fütterung, Infekte oder Unruhe im Verdauungstrakt, können sich Giardien länger an Ort und Stelle halten.
Was du als Halter wirklich tun kannst (und was du dir sparen kannst)
Wenn du jetzt weißt, dass Giardien vor allem dann zum Problem werden, wenn der Dünndarm im Moment nicht stabil genug ist, ergibt sich der nächste Schritt fast von selbst:
Du musst nicht die Giardien „stärker bekämpfen“, sondern dem Darm die Bedingungen zurückgeben, die er braucht, um Neuinfektionen selbst abzufangen.
Das bedeutet:
Weniger Fokus auf den Erreger – mehr Fokus auf Stabilität.
Und genau hier beginnen viele Halter:innen aus Verzweiflung in Richtungen zu gehen, die nicht nur wenig helfen, sondern manchmal sogar verschlimmern.
Schauen wir deshalb auf das, was sinnvoll ist – und was du dir getrost sparen kannst.
Was wirklich hilft
1. Den Darm stabilisieren – statt nur den Parasiten zu bekämpfen
Eine Giardien-Behandlung kann notwendig sein. Aber sie ist selten der entscheidende Baustein.
Wichtiger ist, dass der Darm danach wieder in einen Zustand kommt, in dem er Neuinfektionen selbst kontrollieren kann.
Das erreichst du durch:
- eine gut verdauliche, konstante Fütterung
- Unterstützung der Schleimhaut
- Ruhe im Verdauungssystem (keine großen Futterexperimente)
- gezielten Aufbau der Darmflora
Diese Stabilisierung ist der Grund, warum Giardien irgendwann „keinen Halt“ mehr finden.
2. Die Fütterung anpassen, aber nicht extrem
Viele Hunde mit Giardien-Thematik haben schon vorher einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt.
Darum ist eine Fütterung wichtig, die:
- leicht verdaulich ist
- nicht zu fett
- nicht zu wechselhaft
- den Magen-Darm-Trakt entlastet, statt ihn zusätzlich zu reizen.
So bekommt der Darm die Möglichkeit, seine Schutzfunktion wieder aufzubauen.
3. Geduld, denn der Darm regeneriert sich nicht über Nacht
Schleimhaut, Motilität und Mikrobiom brauchen Zeit.
Das Muster „Behandlung → Besserung → erneuter Befund“ entsteht oft, weil der Darm zwischen den Behandlungen nicht die Chance bekommt, wieder stabil zu werden.
Was du dir sparen kannst
Giardien „aushungern“
Dieser Tipp hält sich hartnäckig, aber er ist fachlich falsch.
Giardien lassen sich nicht dadurch bekämpfen, dass man Kohlenhydrate weglässt oder versucht, sie „auszuhungern“. Sie leben nicht von der Stärke im Futter, sondern von dem, was im Dünndarm ohnehin vorhanden ist: einfachen Zuckern und freien Aminosäuren. Und diese stellt der Körper deines Hundes immer bereit, selbst dann, wenn er gar keine Kohlenhydrate frisst. Darum können Giardien durch Diäten nicht verhungern. Entscheidend ist nicht, ihnen etwas wegzunehmen, sondern den Darm so zu stabilisieren, dass sie sich gar nicht erst festhalten können.
Bei magen- und darmempfindlichen Hunden wäre Kohlenhydratverzicht sogar kontraproduktiv, denn hier füttern wie sehr häufig fettarm und sind auf Kohlenhydrate als Energiequelle angewiesen.
Du kannst Giardien nicht aushungern.
Aber du kannst den Darm so stärken, dass sie nicht wiederkommen.
Kurz zusammengefasst:
- Wiederkehrende Giardien sind nur selten echte Neuinfektionen.
- Meist steckt ein instabiles Dünndarm-Milieu dahinter.
- Erst wenn Schleimhaut, Gallefluss, pH-Wert, Motilität und Immunabwehr stabil sind, verschwinden Giardien dauerhaft.
- Der Fokus liegt nicht auf den Parasiten, sondern auf dem Darm.
- Genau hier setzt eine nachhaltige Therapie an
Wenn der Dünndarm wieder verlässlich arbeitet, verlieren Giardien ihren „Nährboden“ und genau dann sehen wir in der Praxis, dass sich viele dieser vermeintlichen Rezidive schlicht nicht mehr zeigen.











So ein toller Blog Artikel Maike! Für mich war es immer das Schreckgespenst Giardien. Aber mit deinen Informationen und Herangehensweise kann man den Giardien viel gelassener gegenüber treten. Danke dafür!
Vielen Dank, genau so einen Artikel habe ich gerade gebraucht. Ich habe Anfang November meinen einjährigen Piwi aus dem Tierheim geholt. Und mit ihm Giardien. Panacur hat nicht geholfen, jetzt haben wir gerade Metronidazol abgeschlossen und warten auf den Befund.
Welche konkreten Mittel/Nahrungsergänzungen sollte ich Piwi jetzt geben, um seinen Dünndarm zu stärken?
Liebe Steffi,
wenn die Giardien kein Zufallsbefund waren, sondern aufgrund von Symptomen entdeckt wurden, dann hatte Piwi wahrscheinlich schon vor den Giardien ein Darmproblem. Da macht es dann Sinn, nach Abschluss der Behandlungen einmal einen Kotbefund mit Schleimhautparametern erstellen zu lassen. Du kannst natürlich auch jetzt die Schleimhaut zum Beispiel mit Huminsäure und L-Glutamin unterstützen, aber möglicherweise reicht das nicht aus und du schaffst damit nur vorrübergehend eine geringe Verbesserung, ohne das eigentliche Problem zu lösen.
Liebe Grüße
Maike
Liebe Maike
Danke für den tollen Artikel und auch für uns kommt er gerade wie gerufen…
Unsere Hündin hat Anfang November starke Symptome gezeigt und wurde in der Zwischenzeit das dritte mal mit Panacur gehandelt…
Die Symptome sind weg bzw. deutlich aber es bleibt der positive Befund und somit auch der Druck der Ärzte weiter mit Panacur oder Antibiotika zu behandeln 😔
Wir setzen aktuell auf TCM und werden bald eine ausführliche Kotanalyse machen und hoffen dann auf weitere Erkenntnisse bzw.Besserung!
Dein Artikel hat mein Bauchgefühl bestärkt am Ursprung zu suchen und die Parasiten so dauerhaft loszuwerden 😇
DANKE!!!
Hallo Maike,
vielen Dank für diesen tollen Blog Artikel über Giardien!
Wann und wie würdest du mit der Darmsanierung beginnen?
Erst wenn die Antibiotikum Behandlung vollends vorbei sind und dann nochmal auf giardien getestet wurde? Wie soll ich sanieren? Erst entgiften mit zb Zeolith und dann aufbauen mit pro/präbiotika?
Kannst du da was empfehlen?
Liebe Sanne,
wenn die Giardien Symptome verursacht haben, ist der Darm wahrscheinlich insgesamt schon ziemlich angegriffen, bzw. war es schon vorher. Da würde ich immer sehr zielgerichtet arbeiten, mit einem aussagekräftigen Kotbefund als Grundlage. Liebe Grüße, Maike